Im Interview mit dem Fachmagazin Fondsprofessionell schildert Philipp Koch, der für europäische Asset Manager zuständige Berater bei McKinsey, die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Fondsindustrie.

Digitalisierung: bessere Informationen, höhere Effizienz

„Big Data beispielsweise bietet nicht nur im Investment-Research große Chancen, sondern auch in der Frage, wie sich die Vertriebspartner mit besseren Informationen unterstützen lassen“, sagte er im Interview mit Fondsprofessionell, das in voller Länge in der aktuellen Printausgabe 3/2015 erschienen ist. „Dazu kommt die Automatisierung von Prozessen im Middle- und Backoffice, die nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Qualität für den Endkunden erhöht.“

Bislang wenig Endkunden-Know-how

Eine große Herausforderung sieht Koch darin, dass die Fondsanbieter bislang über wenig Endkunden-Know-how verfügen: „Bis vor kurzem gab es noch die Debatte: Warum sollen wir uns damit auseinandersetzen, das sollen die Finanzberater oder Banken machen.“ Doch das habe sich geändert, spätestens seitdem sich immer mehr Fintechs um das Thema Geldanlage kümmern. „Weltweit gibt es inzwischen rund 12.000 Fintechs, immerhin 20 Prozent davon arbeiten an Innovationen rund um das Asset und Wealth Management.“

Viel stärker mit den Endkunden kommunizieren

Ein Vorteil der klassischen Häuser gegenüber den Fintechs seien ihre etablierten Marken. „Das ist in einem Vertrauensgeschäft wie der Geldanlage sehr wichtig. Daher sollten sich Fondsanbieter intensiv um ihre Marke kümmern. Der Aufbau einer starken Marke, einer Endkundenbeziehung, ist entscheidend – und auch für die Vertriebe von Vorteil.“

Koch betonte, es gehe nicht darum, gegen die etablierten Vertriebe zu arbeiten, sondern mit ihnen zusammen. „Über die digitalen Kanäle lassen sich die bestehenden Kunden besser informieren und außerdem neue Kunden identifizieren. Dann gilt es, diese Anleger aus der digitalen Welt auch in die reale Welt der Filiale zu begleiten.“

Das Fazit des Beraters: „Die Asset Manager kommen nicht umhin, viel stärker mit den Endkunden zu kommunizieren.“

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